Avery Gia Sophie Schramm

Avery Gia Sophie Schramm verwebt in seinen Arbeiten Bildfragmente, die dem Internet entnommen wurden — vornehmlich Memes, Gifs und Logos — mit Referenzen aus der Kunstgeschichte. Zunächst am Rechner erstellte Mashups werden in akribisch altmeisterlicher Technik in Öl auf Leinwand umgesetzt und vom digitalen in den analogen Raum überführt.
Diese kompositorische Herangehensweise des Remix muss in enger Verbindung zur Bildverwendung der Meme-Kultur im Internet betrachtet werden. Der Begriff Meme, wird erstmals von Richard Dawkins erwähnt und bezeichnet einen Bewusstseinsinhalt, der in Analogie zur Genetik im Sinne einer soziokulturellen Evolution durch Wiederholung weitergegeben und massenhaft verbreitet werden kann. In der heutigen Netzkultur werden diese zumeist humorvollen, Bild- Schrift und Tonschnipsel häufig dazu genutzt, um Haltungen zum Zeitgeschehen pointiert zum Ausdruck zu bringen oder zu kommentieren.
Sie sind somit zum Sinnbild einer Gesellschaft geworden, die sich immer stärker polarisiert und politische- sowie Identitätskonflikte auf der Spielwiese einer referenziellen Bildkultur austrägt. Die Bilder, die Avery Gia Sophie Schramm verwendet, haben den Prozess der Dekontextualisierung bereits durchlaufen und wurden durch ihre Verwendung im Netz mit neuen Bedeutungsebenen aufgeladen. Der Baby-Yoda, der einem Star Wars Spin-Off entstammt, wurde beispielsweise zur Symbolfigur der LGBTQ Community. Im Gegensatz zur Pop Art, die auch mit den visuellen Insignien der Massenkultur spielt, verwendet der Künstler*in Bilder an denen bereits eine Vielzahl von Akteuren Hand angelegt haben und in denen sich Zeitgeschichte als gemeinschaftliches Projekt kulminiert. Der Bildfundus der Meme-Kultur mit all seinen Konnotationen und seiner Bedeutungsvielfalt wird in einen losen assoziativen Zusammenhang gesetzt, in dem sowohl persönliche als auch kollektive Erlebnisse verschmelzen. Dem Ausstellungstitel ¯_(ツ)_/¯ — der zum Teil aus Zeichen des japanischen Katakana-Alphabets zusammengesetzt ist — hat Dirk von Gehlen in das „Pragmatismus-Prinzip“ ein komplettes Buch gewidmet. Dieses Emoticon, das als Shruggie bezeichnet wird – abgeleitet von dem englischen Begriff für Schulterzucken) steht für eine positive, pragmatische und niemals zynische Haltung als Reaktion auf eine immer komplexer werdende Gesellschaft, in der sich eine Vielzahl an Haltungen immer unversöhnlicher gegenüberstehen. In diesem Sinne können auch die Arbeiten der Künstler*in verstanden werden. Sie verdichten Zeitgeschehen in Form einer bildlichen Meta-Kommentierung, die aber nicht den Anspruch erhebt wertende Urteile auszusprechen oder sich ideologisch zu verfestigen.

Falko Alexander

Götz Schramm (they/them) *1983 in Potsdam, lives and works in Berlin and Frankfurt/Main 
 
2013-2015 
Meisterschüler*in Prof. Else Gabriel Kunsthochschule Berlin-Weißensee
 
2008-2013 
MFA Kunsthochschule Berlin-Weißensee: Prof. Antje Majewski, Prof. Christl Mudrak, Prof. Friederike Feldmann
 
Shows (selected) 
 
2022
Kunstmuseum Erfurt (trio)
Kunstverein Ahlen
 
2021 
Digital Touch, Berlin (curated by Annika von Taube and Charlie Stein)
¯_(ツ)_/¯, Galerie Falko Alexander, Cologne(solo)
yak shaving (virtual)
NAK Digitale Benefiz Auktion

2021 
¯_(ツ)_/¯, Galerie Falko Alexander, Cologne(solo)
 
2020
Café Deutschland I.R.L., Neuer Gießener Kunstverein (solo)
How Beautiful You Are, Kindl Zentrum für Zeitgenössische Kunst, Berlin
Minibar, Gallery Oel-Früh, Hamburg
 
2019 
copy and paste, Gallery Anton Janizewski, Berlin (solo) 
Puzzle Days, Basis Projektraum, Frankfurt/Main 
Sorgen (International) Vol.6, Vitrine 01, Berlin
 
2018 
Paintings, Buschner & Frey, Berlin (solo) 
Eternia & Procedere II, Algoist Convivium, Berlin (duo) 
Kunst der Stunde, Schloßgalerie, Kaltern (Italy) 
 
2017 
Procedere I, Maus Hábitos, Porto (duo) (Portugal) 
Paesaggio Fatto!, Kunsthalle Bozen, Bolzano (Italy) 
Business As Usual, Kreuzberg Pavillion, Berlin u.A.w.g., Mojolika Manufaktur, Karlsruhe 
 
2016 
Die Bilder der Anderen, Kommunale Galerie, Berlin Speed, Helmholtz-Zentrum Berlin 
RIEN NE VA PLUS, Kunsthalle Lüneburg 
Sorgen (International) Vol. 2, Galerie H.&S., München Sorgen (International), Montagehalle, Berlin 
 
2015 
Supplément, Kunstmuseum Ahrenshoop (trio) 
GALA, Galerie Burster, Berlin AUA, Westwerk, Hamburg 
Cool Runnings, Kühlhaus, Berlin BBC, Kunsthalle Bolzano (Italy) 
 
2014 
Affaire de coeur, Galerie der HBK, Saarbrücken 
Die Meister kommen, Milchhofpavillon, Berlin UTA, Kunsthalle am Hamburger Platz, Berlin 
Verliebte Seefahrer, Studio Trenkel, Rotterdam (Netherlands) 
 
2013 
Verliebte Künstler, Berlin Art Week 
Familienaufstellung, Uferhallen, Berlin Nachschlag, Uferhallen, Berlin 
Selektive Blindheit, Kunsthalle am Hamburger Platz, Berlin 
 
2012 
Licht und Schatten, Betahaus, Berlin 
 
2011 
Through the looking glass, Bar-Babette, Berlin 
Tschüss mein Schatz, Atelierhaus Monbijou, Berlin 
 
2010 
hoch/her, Fernsehturm, Berlin und Galerie Töplitz 
correspondence, Uferhallen, Berlin (solo) 
MALEREI, La Grande Ecole, Potsdam (solo) 
 
 
 
Residencies/ Grands/ Awards 
 
2021
Künstlerbund (Neustart Modul D)
 
2020
Stiftung Kunstfonds Projektstipendium (group)
 
2018 
Winsor & Newton Residence, Künstlerhaus Bethanien, Berlin (nomination) 
HAP-Grieshaber-Scolarship, Kunstmuseum Reutlingen (nomination) 
 
2017 
Shifting Island Residence, Bolzano (Italy) 
Honorary Member, Kunstverein Baden-Würthemberg 
 
2016 
Eb-Dietzsch-Artprize, Volksbank Gera (nomination) 
 
2015 
Wie la Romana Prize, Galerie Burster, Berlin Art Week 
 
2008 
audience award, KO Kunstwettberb, Kunstraum Potsdam 
 
 
Curated Exhibitions/ Activities 
 
2020
Kleine Deutschlandschau im November, Basis Projektraum, Frankfurt a.M.
 
2018
Algoist Convivium, Erratum Projektraum, Berlin
 
since 2017 
co-founder of the interdisciplinary and participative artists’ collective Algoist 
 
2017 
Algoist, Maus Hábitos, Porto (Portugal)
 
2017 
Sorgen (International) Vol. 3, Berlin Art Week
 
since 2016 
co-founder of artists’ collective Sorgen (International)
 
2016 
Sorgen (International) Vol. 1 & 2, Montagehalle, Berlin and Galerie H. & S., Munich
 
2014 
UGMAPLAST, Kunstraum 99, Berlin
 
2002-2007 
vocals and bass guitar in the band Aromatherapie
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